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Luxus Geisteswissenschaft — überflüssig?

3. Januar 2012

Im Pergamonmuseum in Berlin wurde im Rahmen des Konstanzer Wissenschaftsforums vom 16. bis 18. Dezember 2011 über „Die Zukunft der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt“ diskutiert. Nicht nur in Großbritannien und Österreich werden die Notwendigkeit der Geisteswissenschaften bezweifelt — und finanzielle Mittel kräftig gekürzt. Der verwertbare Beitrag der „Orchideenwissenschaften“ für die aktuelle gesellschaftliche Praxis sei einfach zu gering!

Richtig, sagt der Philosoph Jürgen Mittelstraß (Universität Konstanz). Aber: das Potential der Geisteswissenschaften liege genau darin, ein sich beständig fortentwickelndes „Orientierungswissen“ auszubilden, das das auf Nützlichkeit ausgerichtete „Verfügungswissen“ der universellen technisch-wissenschaftlichen Maschine eindämme und alternative Vorschläge zu präsentieren, wie eine human gestaltete Lebenspraxis aussehen könnte.

Geisteswissenschaft sei „überflüssig“, so Regina Ammicht Quinn (Professorin für Ethik, Universität Tübingen) in ihrem Vortrag „Vom Sinn des Überflüssigen“, weil es verfestigte und einengende Traditionen und Ideologien aufbreche und „eine Revision kultureller Orientierung ermögliche“.

Wissenschaft ist die Begegnung von Gegenstand und Methode. Da sich die Naturwissenschaften durch einen hohen Konsens hinsichtlich ihrer Methoden auszeichnen, führt dies notwendig zu einer Einengung des Gegenstandes. Diese Grenzen zu sprengen und die etablierten Methoden zu hinterfragen ist vorzügliche Aufgabe der Geisteswissenschaften.

Siehe auch: Objektive vs. subjektive Vernunft und KIT: „Technikreflexionen der Geisteswissenschaften“

Das war 2011…!

29. Dezember 2011

2011 begann die „Internationale Dekade für biologische Vielfalt“. Nun geht das „Internationale Jahr der Chemie“ und das „Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft“ zu Ende.

An diese Ideen, Ereignisse und Personen wollen wir uns erinnern:

Eure Majestät — der Bundespräsident?

27. Dezember 2011

Ja, ja, die Briten und ihr Königshaus — was hat die Queen noch zu sagen? „Although the British Sovereign no longer has a political or executive role, he or she continues to play an important part in the life of the nation.“ So informiert uns die offizielle Internetseite „der britischen Monarchie“.

Laut dem britischen Verfassungstheoretiker Walter Bagehot besitzt der Monarch in einer konstitutionellen Monarchie drei Rechte: „das Recht angehört zu werden, das Recht zu ermutigen und das Recht zu warnen.“ Entsprechend trifft sich die Queen wöchentlich zu Sitzungen mit dem Premierminister. Die „yellow press“ informiert darüber regelmäßig — allerdings meist im Ressort „showbiz“ .

Ist es etwa genau das, was ihre Rolle „im Leben einer Nation“ am besten beschreibt? Auch in Deutschland wird „Glamour“ freundlich zur Kenntnis genommen — ein diesbezüglicher Mangel gar bedauert.

Sollte ein modernes politisches System diesem Bedürfnis entsprechen? Andererseits wird ein allzu mondäner Lebenswandel von Politikern kritisiert.

Hier könnte der Bundespräsidenten in die Bresche springen: Als Klatsch-und-Tratsch-Absorber, der dem Parlament erlaubt, sich auf die seriösen Aspekte zu konzentrieren!

Jedenfalls wird Prince William nun seiner Verantwortung als Co-Pilot eines Sea King Mk3 Helikopters nachkommen. „At the same time, The Duke of Cambridge is President or Patron to a number of charities and organisations whose work he wishes to support.“

Lust auf wissenschaftliche Karriere?

22. Dezember 2011

Die 3. Große KISSWIN-Tagung in Berlin will insbesondere Postdoktoranden über Karrieremöglichkeiten in der deutschen Forschungslandschaft informieren.

Termin: 18.01.2012 im Berliner Congress Center.

Neben (internationalen) Karriereperspektiven soll auch Qualität in der Wissenschaft thematisiert werden.

Barbie: „Rache ist mein!“

22. Dezember 2011

(c) Stefan Weber

Die Diplomarbeit  einer Studentin für Gestaltung erregt Aufmerksamkeit. Sie schlägt Alternativen für das Kinderzimmer vor: Barbie braucht eine Knarre und Ken einen Freund mit langen blonden Haaren zum Kämmen!

Die Knarre sollte allerdings nicht „dunkel und eckig“ sein (weil das „natürlich“ Mädchen weniger anspräche), sondern weiß mit Blümchen ‚drauf.

Selbstkritisch erklärt die Autorin am Ende: „So spiele ich mit eben jenen Stereotypen, die ich kritisiere und benutze die Elemente, die ich ja eigentlich dekonstruieren möchte.

Die „Barbie Liberation Organization“ ging subversiver vor und vertauschte die Sprachchips von Barbie und GI-Joe im Spielwarenregal — hier das Ergebnis.

Beide Ansätze regen zum Nachdenken an, und zeigen wie schwierig es ist, auszubrechen: Gibt es auch Geschlechterunterschiede, die „kulturell wertvoll“ sind? Wo beginnen Stereotype?

So ein Theater — Programm nach Wahl!

20. Dezember 2011

Originelle Inspiration oder Untergang des Abendlandes?

Carl Hegemann, Dramaturg und Mit-Initiator der Idee, über einen Teil des kommenden Spielplans des Thalia Theaters Hamburg öffentlich abstimmen zu lassen, kommentiert das Ergebnis in einem Interview:  „Was dabei herausgekommen ist, ist seltsam genug.“ Wiederholen müsse man das nicht.

Den Ruf nach mehr Partizipation auch in der Kunst umzusetzen, wurde intensiv diskutiert:

  • Joachim Lux (Intendant des Thalia Theaters): „Vom Theater wird behauptet, es stecke in der Krise. Insbesondere sei es elitär und brauche mehr Publikumsakzeptanz und -mitwirkung.“
  • Peter Kümmel in der Zeit (15.12.2011): „Die Bühnen agieren im Geiste einer großen Tradition; sie handeln, als wären sie Fürstenhöfe. Sie halten sich ein Publikum als dramaturgischen Beirat (Hamburg), und sie halten sich Kritiker als Hofnarren (Schweiz). All das im Dienste der Zuschauer, versteht sich.“
  •  Michael Laages vom Deutschlandfunk (Kultur heute, 17.12.2011): „Wer Entscheidungen über künstlerische Ausdrucksformen dem Urteil der Mehrheit unterwirft, oder gar der Masse, läutet freier Kunst das Sterbeglöcklein.“
  • Christoph Twickel (Spiegel Online, 18.12.2011): „Man darf also getrost darauf wetten, dass von den gewählten Stücken keines den Weg in den regulären Spielplan findet.“
  • Till Briegleb in der Süddeutsche Zeitung (19.12. 2011): „In dieser Form wird garantiert nie wieder ein Theater in Deutschland seine Inkompetenz in Sachen Demokratie zur Schau stellen.“

Durchgesetzt hat sich übrigens (mit 703 von 5529 Stimmen): Die Ehe des Herrn Mississippi von Friedrich Dürrenmatt — ein Stück, in dem sich der Autor äußerst zynisch zur Demokratie äußert. Der Regisseur Ernst Ginsberg riet ihm seinerzeit, das Manuskript zu verbrennen!

Demokratietheorien: Moderne

11. Dezember 2011

→ Thema: Mehr Demokratie — verdammt noch mal!

Bedeutende Theoretiker dieser Epoche:

  • Charles de Montesquieu
  • Jean-Jacques Rousseau
  • John Stuart Mill
  • Abraham Lincoln (abgebildet)
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In aller Kürze, einige Meilensteine:
  • de Montesquieu: Vernunft als Möglichkeit und Verpflichtung, die Gesetze zu erkennen
  • Rousseau: Volk als Souverän
  • Kant: menschliches Erkenntnisvermögen strukturiert die Erfahrungswelt
  • Burke: durch Erinnerung und Bewahrung entsteht kollektive Weisheit
  • de Torqueville: Warnung vor der Tyrannei der Mehrheit
  • Mill: Fortschritt der Menschen durch die freie Konkurrenz der Meinungen
  • Lincoln: »government of the people, by the people, and for the people
Quelle: Massing, P. & Breit, G. (Hrg; 2003). Demokratietheorien. Bonn: bpb.
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→ Thema: Mehr Demokratie — verdammt noch mal!

Einzige Bedingung: Otium esse — nihil agere!

3. Dezember 2011

Die Piratenpartei hat sich heute auf ihrem Bundesparteitag für ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ (BGE) ausgesprochen. Eine existenzsichernde, gesetzlich festgelegte und für jeden gleiche finanzielle Zuwendung, für die keine Gegenleistung erbracht werden muss.

Die Gelegenheit soll genutzt werden, diese Idee erneut zu diskutieren. Unterschiedliche Modelle wurden bereits vorgeschlagen. Andere Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Kindergeld würden hinfällig. Das BGE solle jedem Menschen ermöglichen, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Es schaffe die Freiheit zur individuellen Selbstverwirklichung auch mit Tätigkeiten, die nicht als Erwerbsarbeit entlohnt würden. Die tatsächlichen Konsequenzen dieser Vision sind kaum absehbar.

Die zentrale Frage ist die nach der menschlichen Natur: Würden kreative Kräfte freigesetzt, oder Tendenzen der Untätigkeit verstärkt?

Parteitag 2011: SPD putzt sich heraus!

3. Dezember 2011

Anlässlich des morgen beginnenden Bundesparteitags zeigt sich die SPD im neuen Gewand! Als „Startschuss für die Regierungsübernahme 2013“ (Andrea Nahles, SPD) sei dies zu verstehen. Mit 7.500 Gästen soll insbesondere über Alterssicherung und Steuern kontrovers diskutiert werden. Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt hält die Eröffnungsrede.

  • Rede von Frank-Walter Steinmeier (04.12.2011)
  • Rede von Sigmar Gabriel (05.12.2011)

Den „Chancen, die das Internet für nahezu alle Lebens- und Gesellschaftsbereiche bietet“ widmet sich ein eigens gegründeter SPD-naher Verein: Das „Zentrum für Digitalen Fortschritt — D64“ , ein „Think-Tank“ , soll die älteste deutsche Partei netzpolitisch voran bringen! Jedoch stellen die Gründer fest: „Wir sind unabhängig von der SPD, auch wenn wir inhaltlich der sozialdemokratischen Idee nahe stehen und einige der Gründungsmitglieder auch Mitglieder in der SPD sind.“

Volle Breitseite: Grüne im Hoheitsgebiet der Piraten!

30. November 2011

Im Gegensatz zur FDP stellen sich die Grünen der Herausforderung: Auf ihrem 33. Bundesparteitag in Kiel unterbreiten sie progressive Vorschlägen zur Netzpolitik — und drücken der Debatte ihren Stempel auf.

Zentrale Forderungen:

  • Netzneutralität
  • Ablehnung der Vorratsdatenspeicherung
  •  Modernisierung des Urheberrechts („Vergüten statt Verfolgen“)

Insbesondere Modelle eines Pauschalvergütungssystems (einer „Medien-Flatrate“) als auch allgemeine strategische Aspekte der politischen Themenbesetzung könnten diskutiert werden.

Um Volkes Willen — was nun?

28. November 2011

Der höchste Souverän hat gesprochen: Er stimmt dem Weiterbau einer umfangreichen Infrastrukturmaßnahme erneut zu! Er folgt damit der Einschätzung des ursprünglichen Planfeststellungsverfahrens des Bahnhofsprojekts „Stuttgart 21“ (ab dem Jahr 2001), diverser Gerichtsentscheide (z. B. 2006), späterer Finanzierungsbeschlüsse der legitimierten Landesregierung (z. B. 2008), entsprechender bundespolitischer Beschlüsse (2009) sowie eines mediativ entwickelten Belastungstests des Vorhabens (2011).

Ein Sieg der (direkten) Demokratie! Durchaus — aber war diese „Eskalation“ nötig? Woher kam das Misstrauen gegenüber den vorangegangenen Verfahrensweisen einer repräsentativen Demokratie? Und warum gehen die Demonstrationen jetzt weiter?

Homo curiosus: Die Suche geht weiter!

27. November 2011

Ein neugieriger Roboter ist auf dem Weg zum Mars! Im Gegensatz zum russischen Projekt  „Fobos-Grunt“ , hat die Trägerrakete der NASA mit „Curiosity“ die Erdatmosphäre jedenfalls bereits erfolgreich verlassen. Im August nächsten Jahres soll das Gefährt in einem komplexen Manöver auf der Mars-Oberfläche landen und sich auf die Suche machen: nach Wasser und — natürlich — nach Spuren von Leben. Außerdem soll geklärt werden, ob Astronauten mit der Strahlung auf dem Planeten klar kämen. Kostenpunkt: etwa 1,9 Milliarden Euro.

Psychologische Grundlagenforschung für eine Reise zum Mars lieferte bereits „Mars-500“ . Sechs Freiwillige verbrachten 520 Tage (vom 3. Juni 2010 bis zum 4. November 2011) in einem Röhrenkomplex, um medizinische Experimente durchzuführen — und um die Auswirkung von Langeweile zu erkunden.

Wozu das alles? Nun, zunächst werden wir die lange Reise gespannt verfolgen! Hier geht es weiter.

KIT: „Technikreflexionen der Geisteswissenschaften“

26. November 2011

Das Institut für Literaturwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) startet am Mittwoch, 30. November, eine Ringvorlesung: „Technikreflexionen der Geisteswissenschaften“ sollen die Möglichkeiten der — bereits etablierten — interdisziplinären Zusammenarbeit von Natur- und Geisteswissenschaften in Forschung und Lehre beleuchten.

Technik soll sowohl als „Gegenstand der kulturwissenschaftlichen Tätigkeit“, sowie als „Reflexionsmodus der Geisteswissenschaften“ betrachtet werden.

Eine Gelegenheit, dieses Thema erneut (→ objektive vs. subjektive Vernunft) aufzugreifen.

Das Programm
  • 30.11: Roger Bacon. Zwischen Aristoteles und Umberto Eco (Dr. Simone Finkele, Universität Tübingen)
  • 07.12: Zeit-Bild-Raum. Das Projektionsplanetarium aus techno-poetologischer Sicht (Professor Hans-Christian von Herrmann, TU Berlin)
  • 14.12: Die Auratisierung von Technik in der Literatur des Mittelalters (Professorin Jutta Eming, FU Berlin)
  • 18.01: Die Philosophie und die Technikwissenschaften: Wer hat hier wem was zu sagen und wozu? (Professorin Petra Gehring, TU Darmstadt)
  • 25.01: Digital Humanities? (Professor Fotis Jannidis, Universität Würzburg)
  • 01.02: „Automaten“. Technikphantasien in der Literatur des Mittelalters (Professor Klaus Grubmüller, Universität Göttingen)

Jeweils mittwochs, 17.30 bis 19 Uhr, im Redtenbacher-Hörsaal (Geb. 10.91, Engelbert-Arnold-Straße 4, KIT-Campus Süd).

Demokratietheorien: Mittelalter und frühe Neuzeit

24. November 2011

→ Thema: Mehr Demokratie — verdammt noch mal!

Bedeutende Theoretiker dieser Epoche:

  • Thomas von Aquin
  • Thomas Hobbes
  • John Locke (abgebildet)
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Bemerkenswert ist die zunehmende Emanzipation des Menschen:
  • Trennung von Staat und Kirche
  • zunehmende Bedeutung und Wirkmacht des Disseits und des Menschen
  • Zusammenhang von Freiheit und Würde
  • von kirchlicher Dogmatik befreite Forschung
  • politischer Realismus
Quelle: Massing, P. & Breit, G. (Hrg; 2003). Demokratietheorien. Bonn: bpb.
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→ Thema: Mehr Demokratie — verdammt noch mal!

Berichtenswert: Erfolgreich gescheitert!

24. November 2011

Das Urheberrechtsverfahren gegen Karl-Theodor zu Guttenberg wurde von der Staatsanwaltschaft Hof eingestellt — gegen eine Geldauflage von 20.000 Euro. Der entstandene Schaden sei „marginal“ — berücksichtigt worden sei auch die Inanspruchnahme der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages. Guttenberg habe außerdem keine „wissenschaftlichen Vorteile“ aus seiner Dissertation gezogen.

Durch die nahezu gleichzeitige Ankündigung einer Buchveröffentlichung zu Guttenbergs — inklusive Vorabdrucks in der Zeit –, erlangt die Thematik in den Medien erneut eine dominierende Bedeutung.

Diskutiert werden sollen die juristischen Aspekte des „gesellschaftlichen Schadens“ als auch die Bedingungen medialer Gestaltungsmacht.

Medienethik-Award META 2011: Berichterstattung über geschlechterbezogene Problematiken

23. November 2011

Zum neunten Mal vergeben Studierende der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart den Medienethik-Award META. Am 6. Dezember 2011 werden journalistische Beiträge zum Thema  „GENDER – Lebensentwürfe und Geschlechterbilder“ in den Kategorien „Zeitungen“, „Magazine“ und „Fernsehen“ ausgezeichnet, die insbesondere zur Wertevermittlung beigetragen haben.

Studierende, Medienschaffende und die Gesellschaft sollen so für ethische Fragestellungen in der Medienproduktion sensibilisiert werden.

Im Mittelpunkt steht diesmal die Realität der Geschlechterverhältnisse:

  • Wie werden Rollenzuschreibungen in den Medien dargestellt und bewertet?
  • Wie wirken sich Machtverhältnisse der Geschlechter auf gesellschaftliche Teilsysteme wie Wirtschaft, Politik und Bildung aus?

Die Wettbewerbsbeiträge und die Preisträger wurden anhand der eigens entwickelten „MediaCharta“ ermittelt.

Herbsttreffen experimenteller Kognitionspsychologie

18. November 2011

Vom 18. bis 20. November 2011 findet das diesjährige „Herbsttreffen experimenteller Kognitionspsychologie“ (HexKoP) statt — diesmal in Bielefeld. Insbesondere dem Nachwuchs soll eine Bühne zur Verfügung gestellt werden, um eigene Forschungsergebnisse „im kleinen Kreis“ vorstellen zu können.

Demokratietheorien: Antike

9. November 2011

→ Thema: Mehr Demokratie — verdammt noch mal!

Politik soll die altaristokratische Kette von Schuld und Sühne durchbrechen und die Zivilisierung der Menschen voranzutreiben — sie soll einen friedlichen und rationalen Umgang garantieren: Daher soll Privates und Öffentliches strikt getrennt bleiben. Ihr Ziel ist es außerdem, die Interaktion der Bürger zu fördern und kollektives Handeln zu ermöglichen.

Politphilosophische Fragekomplexe:

  • Maßstäbe der Unterscheidung von Wissen (epistéme) und Meinung (dóxa)
  • Gerechtigkeit
  • gesellschafts-pädagogische Maßnahmen (Tugend, Beteiligung, Anstand, Zufriedenheit)
  • erforderliche Institutionen

Platon übertrug seine Ansichten über die menschliche Psyche auch auf die Stände der Polis:

  • Regenten (die Vernunft)
  • Wächter (die Tugend)
  • Volk (Begierden und Leidenschaften)

In einer vollkommenen Polis (gemäßigte Aristokratie oder konstitutionelle Monarchie) sind Güter, Frauen und Kinder Gemeingut; Tausch, Geld und Vertrag sind abgeschafft. Die Regierung stellen Philosophen.

Die repräsentative Demokratie kann als „Mischverfassungen“ verstanden werden:

  • Bürger (Demokratie)
  • Parlament (Aristokratie)
  • Kanzler (Monarchie)
Quelle: Massing, P. & Breit, G. (Hrg; 2003). Demokratietheorien. Bonn: bpb.
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→ Thema: Mehr Demokratie — verdammt noch mal!

Imagination „Europa“

8. November 2011

Das Dahrendorf-Symposium 2011 versuchte am 09. und 10. November das Paradigma „Europa“ zu überdenken. „Ziel ist es, im Geiste Lord Ralf Dahrendorfs bekannte Denk- und Argumentationsmuster der öffentlichen Diskussion um Europa zu hinterfragen und mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu kontrastieren.“ (cafebabel.com).

Unter der Leitung von  Helmut K. Anheier (Hertie School) und Damian Chalmers (Europa-Institut an der LSE) begreifen Wissenschaftler „Europa als Idee und Vision“ — Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und den Medien sind zur Diskussion geladen.

Auch hier soll über Europa nachgedacht werden (hier die Fortsetzung).

Pop ist Geschichte!

4. November 2011

Bis zum 5. November findet in Berlin eine wissenschaftliche Konferenz des Zentrums für zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) in Verbindung mit dem Arbeitskreis Popgeschichte statt: Pop. History. Perspektiven einer Zeitgeschichte des Populären. Laut dem Veranstalter ist Pop in der Geschichtsschreibung stark unterrepräsentiert — Vorreiter seien die Literaturwissenschaften, die Soziologie sowie die Kulturanthropologie [Tagungsbericht].

Eine Gelegenheit, sich mit dem Phänomen der „populäre Kunst“ als auch mit „Massenmedien“ im Allgemeinen zu beschäftigen.