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Kunst — Rom, Christentum und die Entdeckung des Gefühls

7. April 2012
→ Thema: Kunst — Perspektiven der „Wirklichkeit“
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Thronende Madonna mit Kind (Cimabue, 1272-74)

Der Siegeszug Roms (bis 230 n. Chr.) war auch ein Siegeszug der Technik. Straßen, öffentliche Bäder und natürlich die Aquädukte prägten das Stadtbild. Die Überreste der damaligen Architektur, der Amphitheater und Triumphbögen, werden noch heute bewundert. Die Römer wurden Meister des Wölbungsbaus. Dies zeigt das Pantheon, der Tempel aller Götter in Rom.

Nicht nur im Bereich der Architektur übernahmen die Römer systematisch Elemente der Formensprache anderer Kulturen und passten sie ihren Zwecken an. So wurden die Errungenschaften der griechischen Kunst in den Dienst der Kriegsberichterstattung gestellt. Hierbei kam es nicht mehr auf Schönheit, Harmonie und dramatischen Ausdruck an, sondern auf Genauigkeit und die Einzelheiten der  dargestellten Ereignisse.

Spätestens mit der Anerkennung des Christentums im Jahre 311 rückte auch die Religion wieder ins Zentrum der künstlerischen Betrachtung. Die Kirche als Versammlungsraum musste neu erdacht werden. Das Ergebnis war die Basilika. Auch der Bilderstreit führte zu einer Rückbesinnung: Papst Gregor forderte, Bilder sollten dazu verwendet werden, das Wort Gottes zu lehren. Die ägyptische Idee vom Vorrang der Deutlichkeit und Klarheit der Darstellung erlangte damit wieder zentrale Bedeutung, sowie die strickte Achtung der Traditionen — allerdings bereichert durch eine entwickeltere Formensprache.

So wurde die christliche Kunst des Mittelalters ein Gemisch aus primitiven und hoch entwickelten Methoden. Etwa 500 n. Chr. verschwand das Interesse, von der Natur zu lernen — die Kunst schloss nach 1000 Jahren wieder ihre Augen: „Die Ägypter hatten hauptsächlich dargestellt, was sie wussten, die Griechen, was sie sahen. Im Mittelalter lernten die Künstler in ihren Bildern auszudrücken, was sie fühlten.“

Quelle: Gombrich, E. H. (2010). Geschichte der Kunst. Berlin: Phaidon.

→ Thema: Kunst — Perspektiven der „Wirklichkeit“

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