Skip to content

Kunst — ein Gesicht erobert die Welt

25. März 2012
→ Thema: Kunst — Perspektiven der „Wirklichkeit“
f

Alexander der Große, etwa 300 v. Chr. (Kopie nach Lysippos)

Etwa 500 v. Chr. fand die Kunst zu sich selbst. Man pries ihre Schönheit und diskutierte formale Eigenschaften. Wesentlich wurde, die Lebendigkeit des Körpers darzustellen — seine Anmut und seine Schönheit. Die bisher herrschende Idealisierung bekam individuelle Züge. Einer der größten Meister jener Zeit war Praxiteles (etwa 390 bis 320 v. Chr.). Auch weil er es verstand das Typische und das Individuelle in ein vollkommenes Gleichgewicht zu bringen.

Doch dann bekam die Kunst auch ein Gesicht. Persönliche Züge, einen Anspruch auf  Ähnlichkeit und Ausdruck, erhielt die Kunst exemplarisch in der Person Alexander des Großen (356 bis 326 v. Chr.). Dieser Meilenstein, „die Herrschaft über den Ausdruck„, erlaubte es den Künstlern „Bildnisse“ im heutigen Sinne anzufertigen. Durch die Eroberungen Alexander des Großen wurde die griechische Kunst zur Bildsprache der halben Welt — des hellenistischen Zeitalters.

Die Kunst verlor nahezu alle Verbindungen zu Magie und Religion. Nun ging es darum, herausfordernde künstlerische Probleme zu lösen. Kunst wurde ausgestellt, gehandelt, kopiert und beschrieben.

Außerdem weitete sich der Blick. Nicht mehr nur der Mensch, sondern alles was darstellbar ist fand sich in pompejanischen und römischen Wandmalereien: Zitronen, ein Wasserglas — und Landschaften. Was noch fehlte, war das Verständnis für die Gesetze der Perspektive.

Quelle: Gombrich, E. H. (2010). Geschichte der Kunst. Berlin: Phaidon.

→ Thema: Kunst — Perspektiven der „Wirklichkeit“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s