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Bewusstsein — das dramatische Potential

3. März 2012

Haben Tiere Bewusstsein? Sozial- und Neurowissenschaften nähern sich dieser Frage mit der Suche nach Gemeinsamkeiten. Aktueller „Spitzenreiter“ sind Wale und Delphine: Ihnen sollte der Rang einer „nicht-humanen Person“ zugestanden werden — inklusive eigener Persönlichkeitsrechte. Sie hätten eine vergleichbare Intelligenz, Individualität, Selbstaufmerksamkeit, Problem- und Interaktionsfähigkeit (1, 2, 3).

Aber was bedeutet Bewusstsein — die Fähigkeit, sich im Spiegel zu „erkennen“ (operationalisiert durch den Spiegeltest oder Rouge-Test)? Die Philosophie stellt hier traditionell größere Ansprüche. Deduktiv postuliert Hegel einen kategorischen Unterschied zwischen Natur und Geist. Entscheidend sei, die Dinge als Dinge zu Erkennen — also als äußere vom Subjekt abgespaltete Wirklichkeit.

Pragmatisch könnte Bewusstsein als Fähigkeit der Distanzierung verstanden werden — als Distanz zum Naturzustand. Sie erlaubt es dem Organismus, sich von seiner Natur zu entfernen, abstrakt oder konkret. So betrachtet ist das Artefakt, die Kultur, Kunst und Wissenschaft das entscheidende Kriterium des Bewusstseins. An alle Delphine: Wir sehen uns im Weltraum!

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3 Kommentare leave one →
  1. 23. April 2012 18:44

    War auch nicht als böse Kritik gedacht, vor allem nicht an Ihren Gedanken und Ausführungen. Ich denke schon, dass es Abstufungen gibt, denn es ist offensichtlich, dass ein Mensch mit seinem Bewusstsein mehr tun kann als ein Tier, dieses mehr als eine Pflanze und diese wiederum mehr als „unbelebte“ Materie. Es ist ein interessantes Thema, das mich oft beschäftigt. Weitere Artikel lese ich gerne.
    http://neuespiritualitaet.wordpress.com

  2. 21. April 2012 22:59

    Ich bin der Meinung, dass selbst Mineralien, Pflanzen um sonstige von uns üblicherweise, arroganterweise nicht als intelligent eingestufte Lebensformen ein Bewusstsein, eine Bewusstheit besitzen. Massstäbe wie sich erkennen im Spiegl erscheinen mir zu kurzsichtig.

    • 22. April 2012 17:07

      Wie oben erwähnt, ist es natürlich möglich, Gemeinsamkeiten zu fokussieren. Sie postulieren maximale Ähnlichkeit: Alles hat eine „Bewusstheit“. Das weist darauf hin, dass auch alles gleich behandelt werden müsste — ist also ein Appell an verantwortungsvolles Handeln.
      Aber sollte hierfür synonym der Begriff „Bewusstsein“ verwendet werden? Mein Ausgangspunkt war, die Unterschiede zu betrachten, die es offensichtlich auch gibt — eine Wertung muss damit nicht verbunden sein.

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